Sunan an-Nasāʾī


Sunan an-Nasāʾī hat nach den beiden Sahīh-Sammlungen die wenigsten schwachen Hadīthe. Imām Nasāʾī  reiste wie andere große Hadīth-Gelehrte nach Bagdad, Ash-Sham, Ägypten, Mekka und in viele andere Städte, um Wissen zu suchen. Er erhielt das Lob vieler Gelehrter. Einige Gelehrte betrachten seine Zusammenstellung als die geringste Anzahl fehlerhafter oder schwacher Erzählungen unter den vier Hadīthsammlungen. Aus diesem Grund sehen viele Gelehrte Nasāʾīs Buch Sunan an dritter Stelle der Hadīthsammlungen nach Sahīh al-Buchārī und Sahīh Muslim. Dieses großartige Buch enthält 5761 Überlieferungen und ist somit eine unschätzbare Ergänzung für jedermanns Bibliothek.

 

 

Wer war Imām Nasāʾī  (215-303 n. H.) ?

 

Der Imām und Hāfidh, Schaikh al-Islām und Hadīth-Kritiker, Abu Abdirrahman, Ahmad bin Ali bin Sinan bin Bahr al-Khurasani an-Nasāʾī, der Autor der Hadīthsammlungen as-Sunan, ist im Jahr 215 n. H. in der Stadt Nasā,  geboren.

 

Von Kind an strebte er nach Wissen. Er wanderte deswegen zwischen Khurasan, Hidschaz, Ägypten, Irak, Asch-Scham. Er machte sich Ägypten zu seinem festen Wohnsitz, wohin dann diejenigen, die nach Wissen strebten, kamen, um von ihm zu lernen. Er hatte sehr viel Faktenwissen und auch ein gutes Verständnis der Zusammenhänge. Er konnte stilistisch sehr gut schreiben und auch die Überlieferer gut beurteilen. Er war der Meinung, dass derjenige aus dem Islām ausgetreten ist, der sagt, dass der Qurʼān ein Geschöpf ist. Zu seiner Zeit gab es diesen Konflikt zwischen der abbasidischen Staatsführung und den Hadīthgelehrten, wobei die Staatsführung mu'tazilitisch war und ihre Denkrichtung mit Gewalt durchzusetzte und die Gelehrten zwang, dieses bzgl. des Qurʼāns zu behaupten.

 

Imām Nasāʾī  genoss gerne einige der erlaubten irdischen Dinge: Er war ein gutaussehender Gelehrter und hatte vier Frauen. Er wohnte in einem wohlhabenden Viertel in Ägypten. Er kleidete sich gut und mochte die Natur. Er aß viel Hähnchen, die extra für ihn gemästet wurden.

 

Imām Nasāʾī  versuchte auch den Fanatismus, der manchmal bei Muslimen vorhanden war, zu bekämpfen: Adh-Dhahabi berichtet: Muḥammad

bin Mussa al-Ma'muni, der Gefährte von Imam Nasa'i sagte: "Ich hörte, wie manche Imām Nasāʾī  kritisierten, weil er ein Buch über Ali (r.) schrieb, und nicht über Abu Bakr (r.) und Umar (r.). Nasāʾī  sagte: "Ich kam nach Damaskus und fand, dass diejenigen, die Ali hassten, viele sind. Deswegen schrieb ich das Buch "Al-Khasa'is", mit der Hoffnung, dass Allāh sie rechtleitet.” Er schrieb aber auch später ein Buch allgemein über die Prophetengefährten. Dann wurde ihm gesagt (und ich hörte das): "Warum nimmst du nicht die (von dir erwähnte) Vorzüglichkeit von Mu'awija (r.) wieder heraus? “ Nasāʾī  antwortete: "Was soll ich herausnehmen? Etwa den Hadith: "O Allāh, lass ihn nie satt werden"?!...“ Da wurde der Fragende still. "Adh-Dhahabi kommentiert hierzu: "Man könnte hier auf die Ideekommen, dass das eine Vorzüglichkeit von Mu'awija ist, da der Prophet; Allahs Segen und Frieden auf ihm sagte: "O Allah! Jeden den ich verfluchte oder beschimpfte, mach, dass das für ihn ein gutes Zeugnis und eine Barmherzigkeit wird." Der eben erwähnte Hadīth ist in "Musnad Al-Tajalisi", Nr.2688, aufgeführt: Ibn Abbas berichtete, dass der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm zu Mu'awija (r.) jemanden schickte, um ihn zu holen, damit er für den Propheten, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, etwas schreibt. Er fand ihn beim Essen. Beim zweiten Mal fand er ihn auch beim Essen. Da sagte der Prophet; Allāhs Segen und Frieden auf ihm,: "Möge Allāh seinen Bauch nie satt machen." Diesen Hadīth hat auch Muslim überliefert unter der Nr. 2604. Von Muslim überliefert, von Aischa Nr. 2600, von Abū Huraira Nr. 2601 sowie von Dschabir bin Abdullah unter Nr. 2602. Der Wortlaut des Hadīthes von Abū Huraira. Abū Huraira (r.) berichtet vom Propheten, Allāhs Segen und Frieden auf ihm dass dieser gesagt hat: "O Allāh ich bin nur ein Mensch. Darum lass es für jeden von den Muslimen, den ich mal beschimpft, oder verfluchte, oder peitschte ein gutes Zeugnis und Barmherzigkeit sein.

 

Daraqutni sagte: "Abu Abdurrahman (d.h. Imām Nasāʾī) war der Beste im Bereich der Hadīthwissensschaft in seiner Zeit. "Al-Hāfidh Ibn Tahir sagte:"Ich fragte Sa'd bin Ali Al-Zandschabili nach einem Mann. Er sagte mir, dass er ein Vertrauenswürdiger wäre, worauf ich sagte: " Nasāʾī aber bezeichnet ihn als schwachen Überlieferer." Da sagte er (d.h. Al-Zandschabili): "Mein Sohn! Abu Abdurrahman ist strenger bei der Beurteilung der Männer (d.h. der Überlieferer) als Buchārī und Muslim. Adh-Dhahabi kommentiert hierzu: "Das stimmt, denn Nasāʾī hat einige der Überlieferer aus den beiden Sahīh-Werken von Buchārī und Muslim als locker bezeichnet". Imām Nasāʾī machte viel (freiwilligen) Gottesdienst (arab. Ibada ) am Tag und in der Nacht.

 

Er vermied es, sich beim Herrscher aufzuhalten. In diesem Zustand verblieb er, bis ihn die Khawaridsch so schlugen, dass er den Verletzungen erlag und so als Märtyrer starb. Daraqutni sagte: "Am Ende seines Lebens wollte  Nasāʾī zur Hadsch gehen. Als er dann von Ägypten aufbrach, wurde er von den Khawaridsch in Damaskus (inquisitorisch) befragt. Sie fragten ihn nach Mu'awija (r.) und sie erhielten von ihm eine Antwort, die ihnen nicht gefiel. Sie schlugen ihn, traten ihn in den Unterleib, und stießen ihn so aus der Moschee. Als er sah, dass er an diesen Verletzungen sterben wird, verlangte er nach Mekka getragen zu werden. "Daraqutni berichtet, dass er in Mekka im Scha'ban des Jahres 303 n.H. starb. Daraqutni: "Er war der größte Rechtsgelehrte (arab. faqih) seiner Zeit in Ägypten, und derjenige, der am meisten Wissen über Hadīth und die Überlieferer (wörtl. Männer) hatte."

 

Über den Zeitpunkt seines Todes gibt es jedoch auch eine etwas anders lautende Überlieferung: Abu Sa'id Ibn Junus sagt in seinem Geschichtsbuch: "Abu Abdurahman An- Nasāʾī  verließ Ägypten im Monat Dhu-l-Qa'da des Jahres 302 n.H. und starb in Palästina am Montag den 13. Safar im Jahr 303 n.H. Adh-Dhahabi kommentiert die beiden verschiedenen Überlieferungen bezüglich des Todeszeitpunkts und -Orts mit folgenden Worten: "Das, was Ibn Junus sagte, ist wohl richtig, denn er kannte den Nasaii sehr gut. Adh-Dhahabi: "Was das Verständnis, das Gedächtnis und Wissen über die Überlieferer angeht, war An-Nasāʾī  besser als Muslim, Abu Dāwūd und Abu Isa (d.h. at-Tirmidhi). Er war auf dem selben Niveau wie Buchārī. Er war jedoch ein wenig parteilich (arab. qalilat-taschajju') für Ali (r.) und wandte sich etwas zu stark von dessen (damaligen) Gegnern wie Mu'awija (r.) und Amr ibn al-'As (r.) ab. Möge Allāh (t) ihm dies verzeihen."

 

Quellennachweis:

http://www.didi-info.de/downloads/send/2-buecher/84-klassische-islamische-literaturkunde-und-gelehrtenbiographien

 

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